Ducati Superleggera V4 – Die Neuheiten 2021

DREAMS MATTER

Superleggera V4

Die Träume zählen

Der Moment, auf den wir alle gewartet haben, ist endlich gekommen.

Wir teilen unseren weiteren Schritt in Richtung technischer Exzellenz mit Ihnen, den Ducati-Enthusiasten auf der ganzen Welt.

Jedes Produkt, das wir herstellen, ist eine Erklärung unserer Lust an der Perfektion. Aber keines ist mit Superleggera vergleichbar. In diesem Projekt haben wir die fortschrittlichste Kohlefaser in futuristische, aerodynamisch angetriebene Formen modelliert. Hier haben wir unsere Träume als Ingenieure, Hersteller und leidenschaftliche Fahrer verwirklicht.

Der neue Superleggera V4 ist in erster Linie eine wahre Aussage. Hier ziehen wir die Grenze zwischen Versuchen und Tun. Er ist unser wichtigstes pioneristisches Geschöpf.

Und ich bin sehr stolz darauf, Ihnen unser größtes Meisterwerk an Technik, Technologie und Design zu präsentieren, indem ich Ihnen die Geschichte seiner tiefsten Geheimnisse und seiner raffiniertesten Details erzähle.

Eine Geschichte von de Style, Sophistication, Performance and Trust.

Gewidmet allen Träumern.

Claudio Domenicali.

Ducati Motor Holding CEO

 

The Concept

1708 ist ein Projekt, das nur in Borgo Panigale, Bologna, bei der Ducati Motor Holding implementiert werden kann. Es handelt sich um ein Projekt, bei dem Spitzenleistung, Technik und Träume in einer ebenso ehrgeizigen wie performativen Richtung kombiniert werden. Es ist ein äußerst ätherisches, aber gleichzeitig extrem konkretes Projekt, das aus Materie, Geräuschen, futuristischen Technologien, Geschwindigkeit und sehr starken Gefühlen besteht.

Technische Ästhetik

Das Design

 Interview mit

Andrea Ferraresi,

Ducati Head of Design.

Ducati ist die einzige Motorradmarke, die je den Red Dot Design Award und den prestigereichen Compasso d’Oro gewonnen hat. Wir sind Design-Fanatiker und ein Ducati-Motorrad zu entwerfen ist etwas anderes als einfach irgendein Motorrad. Es gibt einige wesentliche Merkmale, die nur uns gehören. Projekte wie Monster, 916, Diavel und Panigale stellen jeweils für ihre Kategorie einen Meilenstein in der Geschichte des Designs dar.

Die Designphilosophie von Ducati beruht auf der Wegnahme, da wir anerkennen, dass der reinste Stil in der eingehenden Forschung elementarer Formen liegt. Sogar die Ästhetik der Farben beruht auf der Berücksichtigung der Natur der Elemente. Und an 1708 sind mit dem Ducati-Rot die ursprünglichen Farben der kostbaren Materialien, aus denen es besteht, zu erkennen: die unterschiedlichen Arten von Carbon, Titan, Aluminium.

Wir haben darüber mit dem Designleiter von Ducati Andrea Ferraresi gesprochen.

„Während das Design der Superbikes von Ducati seit jeher extrem auf der Technik beruht, macht das Projekt 1708 das Design zu einem stilistischen Höhepunkt.

Die Arbeit des Designteams hat sich vor allem dadurch entwickelt, die Formen und Materialien zu Wort kommen zu lassen. Wir haben daran gearbeitet, einen Tanz der Linien und Tiefen inmitten des Ducati-Rotes und des sichtbaren Carbons zu schaffen. 1708 ist ein Projekt, bei dem es mehr denn je unabkömmlich war, die Schönheit der Technik zur Geltung zu bringen. Unsere Arbeit wurde daher darauf ausgerichtet, die Ästhetik der zweckmäßigen Effizienz sprechen zu lassen.“

Leichte Stärke

DER MOTOR

Interview mit

Enrico Poluzzi,

Ducati Engine Design Manager

Das Motorendesign ist mit Sicherheit eines der markantesten Merkmale von Ducati. Ein Sektor, in dem die Desmodromik zu einer einmaligen Charakteristik geworden ist. Die Entwicklung des Motors für das Projekt 1708 bedeutet, den ausgefeiltesten Ducati Antrieb aller Zeiten zu verwirklichen. Stück für Stück, durch Bearbeitung jedes Bauteils, um es so leicht wie möglich zu machen. Um bei jedem Detail Platz für die Innovation zu finden.

Wir haben mit Herrn Enrico Poluzzi, Engine Design Manager bei Ducati, darüber gesprochen.

„Der Beginn der Arbeit am 1708 war wirklich fantastisch: Es stand uns frei, an unkonventionelle Lösungen zu denken und unsere Kreativität anzuwenden. Es ist ein weiter Spielraum geboten; meinem Team war es freigestellt, unabhängig von den Kosten zu projektieren. und Zugang zu Materialien, Prozessen und Technologien zu haben, die wir normalerweise nur in der Rennwelt verwenden

Es war auch ein extrem mitreißender Moment für alle, weil jede Arbeitsgruppe weiß, an welchen Bauteilen es noch technischen Spielraum oder eine technologische Alternative gibt, und daher ihr spezifisches Know-How ins Spiel bringt. Es handelt sich um ein Projekt, bei dem der Auftrag lautet, Unmögliches zu tun.“

Der Begeisterung folgt das Fachwissen der technischen Entwicklung. Wie in jedem anderen Bereich des Projekts 1708 wird auch bei der Entwicklung des Motors nichts dem Zufall überlassen. Es erfolgt eine komplette Analyse aller einzelnen Mikrokomponenten, um alle Weiterentwicklungsmöglichkeiten herauszufinden und neue Materialien und Geometrien zu erproben. Auf futuristische Weise experimentieren, um etwas herzustellen, das es noch nie gab.

„Zu Beginn eines Projekts sehen wir uns die Basisliste des Motors mit allen seinen 600 Artikelnummern der Bauteile an. Wir analysieren alle Bauteile und beschließen danach, woran zu arbeiten ist. Bei einigen beginnt die Suche nach experimentellen Lösungen, bei anderen hingegen wissen wir, dass ein leichteres Vorgehen möglich ist, weil wir seine Limits und Entwicklungsspielräume bereits kennen.

Die Priorität liegt bei den Bauteilen mit der höchsten Dichte, von denen erachtet wird, ob sie mit leichteren Materialien ersetzt werden können: Wir haben die gesamten Befestigungsvorrichtungen zur Fixierung der Kurbelgehäuse und Köpfe von Stahl auf Titan verändert. Dieselbe Wahltreffung wurde auch auf kleinere Spannelemente wie die Schrauben der Nockenwellenlagerböcke ausgedehnt. Bauteile von geringer Größe, die aber in großer Anzahl vorhanden sind.“

Die Wahl der Materialien war der erste Schritt, der aber mit einer pedantischen Arbeit an den Geometrien einhergeht, die zwei verschiedene Richtungen vorsieht: Die erste, um zu überprüfen, dass neue Materialien keine Anwendungsprobleme aufweisen, und die zweite, um die bestehenden Bauteile zu verbessern und leichter zu machen.

„An vielen Bauteilen hat man an der Optimierung gearbeitet, indem die Stärken dünner gestaltet wurden und ursprünglich nicht vorhandene Erleichterungen eingeführt wurden. Mit dieser Einstellung haben wir zum Beispiel die Zahnräder des Anlasses und die Nockenwellen umgearbeitet, die mit zusätzlichen Erleichterungslöchern an den Nocken und längs versehen wurden, wodurch der Querschnitt entlang der gesamten Wellenlänge reduziert wurde.

42 % der Bauteile wurden neu geplant, um in einigen Fällen auch nur ein paar Dutzend Gramm zu gewinnen. Summiert man sie, ist die Wirkung jedoch erheblich und ergibt eine Gewichtsreduzierung von 2,8 kg im Vergleich zu der bei der Panigale V4 S verbauten Version.

Ein Bauteil, mit dem wir ebenfalls eine signifikante Gewichtseinsparung erlangen konnten ist die Ölpumpeneinheit. In diesem Fall haben wir das Design der Einheit drastisch geändert und die Anzahl der Rücklaufpumpen von 3 auf 2 verringert. Dank des völligen Neuentwurfs der Kanäle im Inneren der Pumpe ist es uns jedoch gelungen, die Funktionsweise beizubehalten, sprich das Öl mit derselben Wirksamkeit der Standardpumpe aus diesen Räumen zu drainieren.“

Durch die Entwicklungsarbeit am Motor wird auch das Fahrfeeling mit einzigartigen Merkmalen angereichert. Sowohl aufgrund der Erleichterung bei den Richtungswechseln, aber allen voran aufgrund der Steigerung des Ansprechverhaltens, die durch eine Trägheitsänderung der Schwungradkomponenten bewerkstelligt wird. Die Engineering-Fertigkeiten von Ducati werden bei jedem Schritt zu 100 % ausgenutzt, um einen Motor zu verwirklichen, der einen ganz besonderen Charakter hat.

„Im Vergleich zum V4 Basismodell wird an der Gewichtsreduzierung aller Schwungradmassen gearbeitet, vor allem die in Zusammenhang mit der Gruppe des Pleuelsystems, die durch die Verwendung von Pleueln aus Titan erzielt wurden (und daher auch durch die Gewichtsreduzierung der Gegengewichte der Kurbelwelle). Die Elemente, die den größten Beitrag zur Trägheit der rotierenden Massen des Motors beitragen, wurden alle leichter: Das bedingt eine höhere Schnelligkeit bei den Drehzahländerungen. Somit ist der Motor dazu konzipiert, sofort auf die Anforderungen des Fahrers zu reagieren.

Es war eine anstrengende Feinarbeit, weil die Ausgangsteile des Standardmotors bereits hohe Optimierungsniveaus aufweisen. Deshalb haben wir an den Details eingegriffen, Löcher hinzugefügt, Stärken verringert, um Gewicht einzusparen, ohne jedoch – was sehr wichtig ist – die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Die Motorbauteile des Projekts 1708 werden unter Anwendung derselben Standards ausgewählt, die für die Motorbauteile der normalen Produktion gelten, ohne Abschläge.“

Jedes Motorbauteil wurde an seine Grenze getrieben. Die Bearbeitungen sind viel komplexer. Demzufolge müssen die Kontrollen und Simulationen ebenbürtig sein, um die handwerkliche Sorgfalt in eine industrielle Zuverlässigkeit zu verwandeln. Das Team von Enrico unterzieht das Projekt FEM-Berechnungen und strukturellen Simulationen. Für den Motor von 1708 nimmt Ducati einen ähnlichen Extremisierungsprozess vor, wie er von Ducati Corse für Rennmotoren ausgeführt wird, aber mit Sicherheitskoeffizienten, die für ein serienmäßig produziertes, zugelassenes Produkt typisch sind.

„Es handelt sich um einen Rennmotor, der aber auf Lebenszeit garantiert werden muss. Und das bedingt weitere Vorkehrungen. Titan ist zum Beispiel ein edles Material, verursacht aber eine höhere Reibung auf den Schleifflächen. Dieser Aspekt muss insbesondere bei den Befestigungsvorrichtungen berücksichtigt werden, da beim Anzug eine sichere, wiederholbare Axiallast gewährleistet werden muss. Aus diesem Grund haben wir eine besondere Auflage verwendet, die den Zweck hat, diesen kritischen Punkt zu beheben.“

Die in Auftrag gegebene Vortrefflichkeit ermöglicht Ducati ein individuelles und gruppenweises Wachstum, weil auch die verworfenen Ideen das Team anspornen, sich in experimentelle, technologische Innovationen zu vertiefen. Es handelt sich um eine Suche nach neuen Leistungsgrenzen, die die Voraussetzungen für die Zukunft schaffen und ein wirklich exklusives Motorsportprodukt hervorbringen.

„Die Teilnahme an der Entwicklung des Motors 1708 ist wirklich eine einmalige Erfahrung. Es handelt sich um eine Arbeit, die das ganze Team angesichts der gewährten, kreativen Freiheit mit Stolz, sowohl auch mit Begeisterung und Energie erfüllt. Sie wird in jeder Hinsicht zu einem Moment der Forschung und Entwicklung, der sich auf globaler Ebene auf die Kenntnisse des Teams auswirkt. Wir sind angespornt, neue Lösungen auch abseits aller bewährten Klischees zu suchen. Auf diese Weise können wir wagen und das Projekt als Ausdruck unserer Kompetenzen und Persönlichkeit empfinden. Es handelt sich um einen großartigen, schöpferischen Moment.“

Geschwindigkeitsrausch

DIE LEISTUNG

Ducati Superleggera V4 ist das Beste, das die zeitgenössische Motorradtechnik zum Ausdruck bringen kann. Es ist ein Traum, der Wirklichkeit wird. Das Ergebnis der innovativsten Forschung in Sachen Materialdynamik und Technik. Eine Forschung, die Erfüllung findet, wenn das Motorrad auf die Strecke gebracht und vom Piloten getestet wird, der endlich die intenstivsten Gefühle erleben kann.

Wir haben darüber mit Alessandro Valia, dem offiziellen Ducati-Tester, gesprochen.

Die Zusammenarbeit der Designer von Ducati mit dem offiziellen Ducati-Piloten und -Tester Alessandro Valia wurde in außerordentliche Gefühle umgesetzt. Die Arbeit an der Dynamik und die Neugestaltung der Bauteile schaffen ein nie gehabtes Gleichgewicht des Fahrwerks. Die extrem hohe Komplexität der technischen Ausstattung ist auf die Vereinfachung des Fahrens ausgerichtet.

„Der erste Kontakt war unglaublich. In erster Linie wegen des Bremsens, gleich nach dem Verlassen der Boxen auf der Mugello-Strecke bin ich in der ersten Kurve angelangt und habe bemerkt, dass es ausreichend war, viel weniger zu bremsen. Zudem spürt man deutlich, dass das Motorrad dazu neigt, die Linien autonom zurückzulegen. Das ist eine extrem seltene Eigenschaft, die eine große Sorglosigkeit vermittelt und ermöglicht, dass man auf das technische Instrument vergisst und sich komplett auf den eigenen Fahrstil konzentriert.

Die Einstellungsarbeit am Fahrwerk hat außerordentliche Ergebnisse gebracht. Sie ist unglaublich glatt bei den Richtungswechseln.“

 Die Gewandtheit wird auch durch die komplette Stabilität gesteigert. Dank der an der Aerodynamik geleisteten Arbeit lässt die durch die Flügelansätze geschaffene vertikale Last das Motorrad am Boden haften, was einen weniger aufdringlichen Eingriff der Traktionskontrolle auf die Leistung ermöglicht.

„Dieses Motorrad hat eine beeindruckende Beschleunigung. Aber das verblüffendste Merkmal ist, dass man sich absolut wohl fühlt, da man die volle Kontrolle über das Motorrad hat. Dank des Aerodynamikpakets kann man das Gas voll öffnen, vor allem beim Verlassen der Kurven, ohne Angst zu haben, dass sich das Motorrad aufbäumt.

Der Einfluss der Flügelansätze wurde mir besonders klar, als wir es in Portimao getestet haben, auf einer Strecke, bei der man es bei voller Geschwindigkeit ständig mit Steigungsschwankungen zu tun hat. Aber vor allem bei der Steigung vor der ersten Geraden, wo alle Motorräder von Natur aus dazu neigen, sich aufzubäumen, kommt es nicht aus der Fassung, behält die Haftung bei und bleibt stabil. Eine Stabilität, dank der man genau dann, wenn es am wichtigsten ist, Vollgas beibehalten kann.“

 Die vertikale Last trägt dazu bei, das Sicherheitsgefühl zu steigern, ein Gefühl, das dem Fahrer hilft, wiederholbar zu bleiben und das Maximum entsprechend dem für Ducati typischen Ansatz ‘Leistung neu definiert’ zum Ausdruck zu bringen.

„Wenn man mit einem GP- oder SBK-Motorrad fährt, ist der erste Eindruck die Überraschung, zu merken, wie leicht es sich damit fährt. Mit dem neuen Superleggera V4 erlebe ich genau dieses Gefühl wieder. Wir haben ein extremes, aber gleichzeitig intuitives Fahrzeug gebaut. Für alle, die das Gefühl erleben möchten, das Limit bei jeder Beschleunigung und jeder Abbremsung vor der Kurve zu überschreiten.

Der Aspekt, der mich am meisten entzückt, ist das Gefühl der Sicherheit, das das Motorrad vermittelt. Trotz des beeindruckenden Leistungsgewichts bleibt es wendig und intuitiv. Es handelt sich wirklich um ein Motorrad, das gedacht ist, um dem Piloten die Freiheit zu geben, sein Bestes zu geben. Mit diesem Motorrad habe ich in der Testphase auf der Mugello-Strecke 1.52:45 erreicht. Das sind nur 2 Sekunden weniger als die Zeit, die Pirro mit dem Panigale erzielt hat, das den CIV SBK gewonnen hat. Und Superleggera V4 ist komplett straßentauglich: Ich konnte einige Mechaniker der GP-Teams, die sich gerade in Mugello befanden, nach der Zeitmessung mit der Hupe begrüßen. Ihr könnt euch vorstellen, wie verblüfft sie waren.“

 Mehr als fünfzehn der Entwicklung dieses Motorrads gewidmete Aufzeichnungssessionen wurden organisiert. Bei jeder Session wurden verschiedene Mappings getestet, um eine so gute Kalibrierung der Dynamik und des Motors zu erzielen, dass es praktisch unmöglich ist, sie zu verbessern.

„Wir haben der Einstellung des Motormanagements große Aufmerksamkeit gewidmet. Wir haben hart gearbeitet, um das beste Verhältnis zwischen dem Gashebel und der Leistungsabgabeantwort zu finden. Wir wollten den einzigartigen Charakter dieses Motorrads bestimmen. Und das ist uns eindeutig gelungen.

Es ist ein Traum, damit zu fahren. Unvergleichliche Wendigkeit. Charakterstarke Leistung. Man spürt nur die reine Emotion der Geschwindigkeit.“

(Quelle: www.ducati.com/ch/de)