Ducati Streetfighter V4 2020

Ducati Streetfighter V4 2020 – Next Level Naked Bike

Bologna macht ernst

Seit der Prototyp im Juni der Öffentlichkeit präsentiert wurde, fragt man sich, wann und in welcher Form die Serienversion auf die Straße kommt. Nun ist es soweit. Aber wie viel Supersportgene stecken noch in ihr? Bleibt es bei hoher Lenker rauf und Verkleidung runter oder hat Ducati hier wirklich etwas für die Straßentauglichkeit getan?

 

Die Optik suggeriert sofort: Aus dem Weg, hier komme ich! Auch wenn die Verwandtschaft zur supersportlichen Schwester Panigale V4 in weiten Strecken sichtbar ist, ist der Streetfighter V4 deutlich als eigenständiges, neues Modell erkennbar. Das verrückte Lachen des Jokers, dem legendären Schurken, bekannt aus den Batman-Filmen, der in einer fantastischen Performance von Heath Ledger gemimt wurde, hat den Designern als Vorbild für die breite V-förmige LED-Lichtmaske gedient.

 

Form follows function – die Optik des neuen Streetfighter V4

Eingepasst in die zweilagigen Lufteinlässe liegt der kompakte Scheinwerfer, Luftverwirbelungen in Richtung Tank wird durch seitliche Deflektoren entgegengewirkt. Das 5″ TFT-Instrument ist bereits aus der Panigale V4 bekannt und wird von einer kleinen Abdeckung vor Wind und Wetter geschützt. Beim TFT-Display stehen zwei unterschiedliche Layouts „Track“ und „Road“ zur Wahl. Im Modus Track stehen das beim Rennen relevante Drehzahlspektrum und der Schaltblitz im Fokus, während im Modus Road die Informationen des Ducati Multimedia Systems und die auf Landstraßen üblichen Drehzahlen in den Vordergrund rücken.

Nur ein Minimum an Verkleidung verdeckt den Desmosedici Stradale Motor, scharfe Konturen bilden ein auf das Wesentliche reduziertes Ganzes. Die Kühlluftauslässe, die durch aktuelle F1-Boliden inspiriert sind, kombinieren Funktionalität und Stil. Als strukturelle Verbindung zwischen Rahmen und den Winglets haben sie auch eine konstruktionsbedingte Funktion inne.

Frisch aus der MotoGP – Die Winglets

Die Winglets selbst erinnern zum einen an die MotoGP, die Ducati nach wie vor als Entwicklungsspielwiese dient, zum anderen erzeugen sie den notwendigen Abtrieb, um die Fuhre bei hohen Geschwindigkeiten stabil zu halten. Konkret erzeugen diese aerodynamischen Hilfsmittel 28 kg Abtrieb bei 270 km/h (20 kg am Vorderrad, 8 kg am Heck). Die Flügel tragen auch dazu bei, dem Triebwerk Wärme zu entziehen, indem sie die Durchflussgeschwindigkeiten von Wasser und Ölkühler um 2 % bzw. 10 % erhöhen. Fahrdynamisch hilft der, durch die Doppeldecker-Flügel, erzeugte Abtrieb das „Aufschwimmen“ des Vorderrads bei hoher Geschwindigkeit und die Tendenz zum Pendeln zu unterdrücken. Außerdem verbessern die Winglets die Stabilität beim Bremsen bis zum Einlenkpunkt und in der Kurve.

Um die Baubreite der Winglets so gering wie möglich zu halten, wurde eine „Doppeldecker”-Konfiguration mit begrenzter Spannweite umgesetzt. Ober- und Unterflügel funktionieren unabhängig voneinander. Außerdem sind die Flügel so nah wie möglich am Vorderrad (in der Nähe der seitlichen Kühlerverkleidungen) positioniert, um den Anti-Wheelie-Effekt zu maximieren. Auf der Rennstrecke helfen die Winglets die Performance des Fahrzeugs zu steigern, indem sie Eingriffe der Regelelektronik reduzieren und sehr spätes Bremsen ermöglichen.

 

Das Herzstück des Streetfighter V4 – Ein 208 PS Motor für die Straße optimiert?

Ein Leergewicht von 199 kg bedeutet ein Leistungsgewicht von 1,04 PS pro Kilogramm. Das sitzt und ist ein Wert der lange Zeit selbst für Superbikes unerreichbar schien. Die Höchstleistung von 208 PS (153 kW) liegt bei 12.750 U/min an. Das maximale Drehmoment beträgt 123 Nm bei 11.500 U/min und ist damit auf dem Niveau der Panigale V4 (124 Nm). Überraschend für uns ist, dass bei der supersportlichen Schwester das maximale Drehmoment bereits 1.500 U/Min früher anliegt. Der Streetfighter will also gedreht werden, um sein komplettes Potenzial zu zeigen.

Der Desmosedici Stradale ist selbstverständlich ducati-typisch mit einer desmodromischen Ventilsteuerung ausgerüstet. Insbesondere bei einem Hochdrehzahl-Motor ist das Desmo-System von Vorteil, weil so ein hohes Niveau an Leichtigkeit bei gleichzeitig kompakter Bauweise realisiert werden kann. Die 16 Stahlventile, deren Durchmesser an der Einlassseite 34 mm und an der Auslassseite 27,5 mm betragen, werden von vier Nockenwellen betätigt. Die Ventilsitze sind aus Sinterstahl gefertigt. Die Bohrung beträgt 81 mm.

Das V4-Triebwerk übernimmt die Zylinderköpfe, die Motorkonfiguration und Einbaulage des MotoGP Motors: Ein 90° V4, um 42° nach hinten gedreht. Ebenfalls gleich der Königsklasse dreht sich die Kurbelwelle gegenläufig. Dadurch wird der Kreiseleffekt der Räder verringert und das Motorrad bei Richtungswechsel agiler. Zudem wird die Wheelie-Neigung beim Beschleunigen und das Abheben des Hinterrads beim Bremsen minimiert. Der besondere Sound wird zum Teil durch den Hubzapfenversatz von 70° bestimmt. Die „Twin Pulse“ genannte Zündfolge soll zu einer berechenbaren Beschleunigung und hoher Traktion beitragen. Aus den Box-in-Box gegossenen 81 mm-Aluminiumkolben in Verbindung mit dem Hub von 53,5 mm ergibt sich ein Gesamthubraum von 1.103 cm³. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 14:1 und liegt damit auf dem Level der Panigale V4.

 

Zylinderabschaltung und Ride-by-Wire

Jeder Zylinder verfügt über zwei Einspritzdüsen: eine unterhalb der Drosselklappe für den Teillastbereich und eine weitere oberhalb der Drosselklappe, die zum Einsatz kommt, wenn maximale Motorleistung gefordert ist. Die Drosselklappen jeder Zylinderbank werden von einem einzelnen Stellmotor bewegt. Aufbauend auf diese Technik ermöglicht das Ride-by-Wire-Systems komplexe elektronische Steuerstrategien und die Modulation der Drosselklappe (und damit des Ansprechverhaltens) entsprechend dem gewählten Fahrmodus. Um den Fahrkomfort in der Stadt zu erhöhen und die Temperatur des Allerwertesten zu senken, wird die hintere Zylinderbank im Leerlauf deaktiviert, wenn die Wassertemperatur 75° überschreitet.

 

Drei anpassbare Fahrmodi bei Streetfighter V4 und V4 S

Die Fahrmodi bieten drei voreingestellte Motorradkonfigurationen. Jeder Modus verändert das Ansprechverhalten, die elektronischen Einstellungen und bei der S-Version die Fahrwerkseinstellungen. Zudem kann der Fahrer einen Individualmodus nach eigenen Vorstellungen erstellen.

Race Mode – Hier steht die volle Leistungsfähigkeit des Motors zur Verfügung und die Gasannahme ist sehr direkt. Er wird für sehr griffige Straßen oder eben auf der Rennstrecke empfohlen. Beim Streetfighter V4 S stellt sich zudem eine sportlich straffere, Performance-orientierte Fahrwerksabstimmung ein. Der Race Mode reduziert die Eingriffe der Assistenzsysteme auf ein Minimum, ohne die Sicherheit zu gefährden. So ist standardmäßig ABS Stufe 2 hinterlegt, ohne Abhebeerkennung am Hinterrad und mit aktivierter „Slide by brake“-Funktion.

Sport Mode – Die Auswahl von Sport bietet ebenfalls 208 PS Spitzenleistung mit direkter Gasannahme und bei der S-Version eine sportliche Fahrwerksabstimmung. Die Assistenzsysteme sind hier allerdings so konfiguriert, dass sie für Fahrten auf normalen, trockenen Straßen korrekt regeln. Die Hinterrad-Abhebeerkennung und das Kurven ABS sind aktiviert.

Street Mode – Der Street Mode wird empfohlen, wenn auf schlechten Straßen oder bei geringerer Haftung gefahren wird. Dem Fahrer stehen dabei 155 PS Spitzenleistung zur Verfügung, immerhin die volle Leistung des bis 2013 gebauten Streetfighters. Die Gasannahme ist sanft und die Fahrwerksabstimmung bei der S-Version komfortorientiert.

Akrapovic Performance Racingauspuffanlage für Extra-Leistung und weniger Gewicht

Allen denen diese Power- etwa für den Einsatz auf der Rennstrecke- noch zu wenig ist, bietet eine komplette Performance Titan-Racingauspuffanlage von Akrapovič , die die Leistung und Drehmoment um 6 % steigert und das Gewicht um 6 kg senkt. Unabhängig von der Wahl des Abgassystems muss die Wartung des Streetfighter V4 alle 12.000 km bzw. jährlich erfolgen.

 

(Quelle: 1000PS.de)

 

 

 


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